Eine zarte schwarze Geste über blauem Grund. Die Farben irisieren, mineralische Pigmente und metallische Gründe lassen die Fläche mit dem Licht kippen. Koertel arbeitet an Erinnerung und Traum als fragile Zustände zwischen Sichtbarkeit und Auflösung. Das Meer erscheint nicht als Landschaft, sondern als Weite, Tiefe, Unbestimmtheit. Das Sichtbare bleibt Ausschnitt und verweist auf das Verborgene: eine reduzierte Bildsprache, beeinflusst von japanischer Ästhetik, die andeutet statt zeigt. / KK
In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit Erinnerung und Traum als fragile Zustände zwischen Sichtbarkeit und Auflösung. Im Zentrum steht weniger das eindeutige Bild als ein offener Wahrnehmungsraum, der kontemplatives Sehen ermöglicht. Ein wiederkehrendes Motiv ist das Meer – nicht als Landschaft, sondern als Zustand von Weite, Tiefe und Unbestimmtheit. Der Begriff der Fragmenttotalität beschreibt dabei das Verhältnis von Ausschnitt und Ganzheit: Das Sichtbare bleibt unvollständig und verweist auf das Verborgene. Meine Arbeiten entstehen in einem prozesshaften Umgang mit Materialien wie mineralischen Pigmenten, Gold- und Silbergründen. Materialität wird zum Träger von Zeit und Transformation. Beeinflusst von japanischer Ästhetik und historischen Holzschnitten suche ich nach einer reduzierten Bildsprache, die mehr andeutet als zeigt und Raum für eigene Wahrnehmung eröffnet.
Diplom 2027
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