Mühelos erscheint die rohe, schwere Stahlplatte – ein dunkles Quadrat, in dessen Zentrum ein weiteres Quadrat steht, das in die Tiefe getrieben wurde und damit die Fläche aufbricht. Die große physische Kraft und zugleich Präzision der Bearbeitung, die das Material bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit auslotet, bildet dabei einen spannungsreichen Kontrast zur weich wirkenden, organisch-stofflichen Erscheinung des Zentrums, das sich in der industriellen Strenge der Geometrie als Spur menschlichen Handelns zeigt. Rasmus Kleine
Julius Fest interessiert sich für Materialien und Strukturen. Er stellt sie auf eine Weise dar, die unseren Erwartungen entgegensteht. In einem klar definierten Rahmen, mit festgelegten Regeln, übt er präzise Kontrolle aus. Dann gibt er die Kontrolle ab und die Physik bleibt als einzige Grenze. fest lädt dazu ein, zu hinterfragen, was passiert, wenn wir unsere Annahmen und Erwartungen in Frage stellen, oder wenn wir mit scheinbaren Unmöglichkeiten konfrontiert werden. Seine Arbeiten existieren oft in einem Zustand zwischen Kontrolle und Chaos, wo scheinbare Materialparadoxa sichtbar werden. Durch diese Herangehensweise eröffnet fest einen Dialog zwischen Material und Prozess. Er lädt den Betrachter dazu ein, Ambivalenzen physisch zu erfahren und sich auf Uneindeutigkeiten einzulassen.
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