Aurora Biancardi interessiert der tägliche Austausch zwischen Menschen und Dingen. Materialien, die ihr begegnen, überführt sie in neue Formen und entwickelt daraus eine eigene Ästhetik. In „Privato alla vista #3″ und „#4″ fotografiert sie die Rückseiten von Stickereien: Knoten, lose Fäden, Umwege – all das, was beim Betrachten sonst verborgen bleibt. Der Blick kehrt sich um und richtet sich auf das Unsichtbare, in dem die eigentliche Arbeit steckt. / KK
My works are the result of a practice that feeds on daily encounters with people and things that open up new relationships. By collecting errors and scraps, I am interested in making the invisible visible and stimulating new visions. In my work, the ordinary reaches an extraordinary dimension: scraps lose their appearance and become traces of affection and relationships, which speak of everyday life. The encounter between form and matter acquires truth from human participation, just as it reveals something about human beings themselves. In my practice, I identify, note, and take pieces of matter that I put back into space. These fragments of reality are transfigured by an aesthetic that cultivates, on the one hand, the wonder of vision and, on the other, the patience of elementary operations.
DE
Meine Arbeiten sind das Ergebnis einer Praxis, die sich aus täglichen Begegnungen mit Menschen und Dingen speist, die neue Beziehungen eröffnen. Indem ich Fehler und Reststücke sammle, möchte ich Unsichtbares sichtbar machen und neue Visionen anregen. In meiner Arbeit erreicht das Alltägliche eine außergewöhnliche Dimension: Reststücke verlieren ihre äußere Gestalt und werden zu Spuren von Zuneigung und Beziehungen, die vom Alltag erzählen. Die Begegnung zwischen Form und Materie gewinnt durch die menschliche Beteiligung an Wahrhaftigkeit und offenbart zugleich etwas über den Menschen selbst. In meiner Praxis identifiziere, notiere und nehme ich Materialstücke auf, die ich wieder in den Raum einbringe. Diese Fragmente der Realität werden durch eine Ästhetik verwandelt, die einerseits das Staunen des Sehens und andererseits die Geduld elementarer Handgriffe pflegt.
“Cerco l’estate tutto l’anno” is an exhibition project (Neon Gallery, Bologna, September 2026) exploring rootedness and the bond with Italy from an expat’s perspective in Munich. Inspired by Simone Weil’s enracinement, the artist turns Mediterranean summer fragments and everyday objects into artworks about nostalgia, memory, and suspended identity.
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